Equity aufteilen unter Co-Foundern: fair statt 50/50

Equity aufteilen im Gründungsteam: Was zählt, warum ein schnelles 50/50 oft falsch ist, wie Vesting mit Cliff das Team schützt und wann ihr entscheiden solltet.

Geschrieben von Gregor ZehetnerVeröffentlicht am 20. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Wer Equity aufteilen will, sollte bewerten, was jede Person einbringt und riskiert: Zeit, Geld, die Idee, Fähigkeiten und Erfahrung. Entscheidet in den ersten Wochen und haltet es in einer Gründervereinbarung fest. Bindet jeden Anteil an Vesting mit einem Cliff von einem Jahr, damit niemand nach einem frühen Ausstieg einen großen Anteil behält. 50/50 passt nur bei gleichen Beiträgen, und Teams, die hastig teilen, bereuen es später oft.

Das Wichtigste

  • Teilt nach Beitrag und Risiko, nicht aus Höflichkeit: Zeit, Geld, Idee, Fähigkeiten und Erfahrung.
  • Entscheidet in den ersten Wochen, schriftlich, und nehmt eine unbequeme Stunde in Kauf.
  • Vesting mit einem Cliff von einem Jahr schützt das Unternehmen und jeden, der bleibt.
  • 50/50 passt nur bei gleichen Beiträgen; eine ungleiche Aufteilung braucht einen Grund, den beide akzeptieren.
  • Prüft die Aufteilung neu, wenn sich Rollen ändern, nicht wenn sich Gefühle ändern.

Fragen dazu

Ist eine 50/50-Aufteilung eine schlechte Idee?

Nicht immer. Sie passt, wenn beide Gründer gleich viel Zeit, Geld und Fähigkeiten einbringen und das Risiko teilen. Sie scheitert, wenn eine Person viel mehr leistet und die andere dafür die Hälfte des Unternehmens behält. Entscheidet nach Beitrag, und wenn das gleich ausfällt, ist 50/50 in Ordnung.

Was ist ein Vesting-Cliff?

Der Cliff ist die erste Phase eines Vesting-Plans, meist ein Jahr, in der noch keine Anteile erdient werden. Wer vor dem Cliff geht, behält nichts. Danach werden die Anteile Monat für Monat erdient. Der Cliff schützt das Unternehmen vor einem kurzen Gastspiel.

Was passiert mit den Anteilen, wenn ein Co-Founder geht?

Mit Vesting gehen die noch nicht erdienten Anteile an das Unternehmen oder die anderen Gründer zurück, die erdienten bleiben bei der Person. Ohne Vesting behält sie alles. Investoren nennen das Dead Equity und akzeptieren es oft nicht.

Soll die Person mit der Idee mehr Anteile bekommen?

Ein wenig, wenn überhaupt. Eine Idee ist etwas wert, die Jahre Arbeit danach sind viel mehr wert. Viele Modelle geben der Idee einen kleinen Aufschlag und gewichten Vollzeit, Geld und seltene Fähigkeiten deutlich höher.

Können wir die Aufteilung später ändern?

Ja, aber es wird mit jedem Monat und jedem Investor schwerer. Anteile einer GmbH oder FlexCo zu übertragen braucht meist einen Notar, und Investoren wollen einen klaren Cap Table. Entscheidet jetzt sorgfältig und baut Vesting ein, dann sind die meisten Fälle schon geregelt.

Geschrieben vonGregor Zehetner

Gründer von Cofoundista. Begleitet Gründungsteams als Mentor bei Inkubatoren, hat selbst gegründet und verkauft.

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Dieser Guide ist eine allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Regeln unterscheiden sich je nach Land und ändern sich, prüfe sie vor einer Entscheidung mit einer Beratung.

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